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Genmaisanbau in Ladenburg und Walldorf schon seit 1998
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Pressemitteilung von Hans-Ulrich Sckerl, MdL vom 23.11.2006
Grüne:
Langsam wird das ganze Ausmaß der heimlichen Genmais-Versuche
deutlich
Sckerl: 32 Versuche in Ladenburg und Walldorf unter Ausschluss der
Öffentlichkeit
Rhein-Neckar.
„Die heimlichen Genmaisversuche im Rhein-Neckar-Kreis sind viel
umfangreicher als das baden-württembergische
Landwirtschaftsministerium bisher zugegeben hat. Wir fordern jetzt
mit allem Nachdruck die vollständige und lückenlose
Information der Öffentlichkeit“, sagte der Grünen-MdL Uli
Sckerl angesichts neuer Enthüllungen. Sckerl legte am Donnerstag
eine Liste aus dem Bundessortenamt vor, aus der alle Versuche im
Einzelnen hervorgehen. Neben Ladenburg sei Walldorf Versuchsstandort
gewesen. Aus der Liste ergebe sich, dass allein in Ladenburg zwischen
1998 und 2006 26 Versuche stattgefunden haben. In allen Fällen
sei Genmais angebaut worden. In 17 Fällen handle es sich um die
besonders umstrittene Sorte „MON 810“, bei 7 Versuchen sei die
Sorte „Bt 176“ zur Anwendung gekommen. Die ersten Versuche haben
danach bereits 1998 stattgefunden. Für das laufende Jahr
dokumentiere das Bundessortenamt 10 Versuche. Das allerdings ruft den
Grünen-Abgeordneten besonders auf den Plan: „Im
Standortregister waren für 2006 2 Freilandversuche in Ladenburg
angemeldet. Der Landwirtschaftsminister muss erklären, wieso
dann 10 Versuche stattfinden konnten“. Aus der Liste werde weiter
die Verantwortung für die 26 Versuche deutlich: 7 seien vom Land
direkt veranlasst worden, die restlichen von der Fa. „AGROMAIS“.
Die aber habe das Land zuvor genehmigen müssen. Neben Ladenburg
haben Versuche auch in Walldorf stattgefunden. Sckerl spricht von 6
Versuchen zwischen 1998 und 2000 in der Astorstadt, ebenfalls mit den
Genmais- Sorten „MON 810“ und Bt
176“. Die Versuche seien von der Fa. „KWS Saat“ veranlasst du
vom Land genehmigt worden. Angesichts der Massivität der
Versuche halten die Grünen die Verharmlosungstaktik der
Landesregierung für gescheitert. „Den Bekundungen aus
Stuttgart, Auskreuzungen seien in jedem Falle verhindert worden,
glauben wir nicht“, so Sckerl. Man wisse z.B., dass die
GVO-veränderten Pflanzen allesamt nicht sicher vernichtet,
sondern untergepflügt wurden. Bis zu 9 Jahre lang seien
Landwirte, Gemeinden und Bürger an der Nase herumgeführt
worden. Es sei unerträglich, dass Landwirten im konventionellen
und Öko-Landbau diese heimlichen Versuche zugemutet wurden. Dass
Gemeinden und Bürgermeister nicht wüssten, was auf ihrer Gemarkung
stattfindet, werfe ein besonderes Bild auf die Glaubwürdigkeit
der baden-württembergischen Landwirtschaftspolitik. „Der
Landwirtschaftsminister ist gut beraten, sich jetzt umgehend in
Ladenburg und Walldorf der öffentlichen Diskussion zu stellen“,
so Sckerl abschließend. Keine Frage ist für ihn, dass die
Landtagsgrünen im Parlament lückenlose Aufklärung
fordern.
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Und hier ist sie, die Liste der Anbauversuche.
Briefwechsel zwischen Uli Sckerl und Minister Hauk
Brief von Uli Sckerl
Antwort von Minister Hauk
Offener Brief an Minister Hauk
In einem offenen Brief an den Minister
für Ernährung und ländlichen
Raum, Peter Hauk,
vom 29. November 2006 baten die
Bürger für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in der Kurpfalz
um die Beantwortung folgender Fragen:
- Auf welcher gesetzlichen Grundlage
fanden diese Versuche statt?
- Welche der genannten Versuche fanden
auf Flächen auf öffentlichen Hand, welche auf
privaten Flächen statt (bitte
flurstückgenaue Angaben)?<
- Um welches GVO-Konstrukt handelt es
sich bei T 25, das auf zwei Versuchsflächen
1999 und 2000 ausgesät wurde?
- Welche Abstandflächen zu
konventionellem Mais wurden bei den Versuchen eingehalten,
hat es Pollenbarrieren gegeben?
- Warum wurden die im Umkreis
wirtschaftenden Landwirte und Bio-Betriebe nicht über
diese Versuche informiert?
- Wer hat die Versuche durchgeführt?
Welche Rolle hat das
Landwirtschaftsministerium und nachgeordnete Behörden dabei
jeweils gespielt?
- Welche Ergebnisse aus den bisher
geheimgehaltenen Versuchen in Ladenburg liegen
Ihrem Ministerium vor?
Wann werden diese der
Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt?
- Können Sie nachweislich
ausschließen, dass eine Kontamination benachbarter Felder
stattgefunden hat?
Wurden die Böden auf
BT-Toxin-Belastung vor und nach dem Anbau mit genverändertem
Mais untersucht?
- Wie sind die bei den Versuchen
eingesetzten GVO-Pflanzen verwertet worden?
Unterlagen sie irgendwelchen
Verwertungsbeschränkungen?
- Wer war von den Versuchen im voraus
informiert? Warum wurde die Stadt Ladenburg
nicht informiert? Hatte das
zuständige Landratsamt Kenntnis?
Außerdem
wurde der Minister eingeladen, im Dezember nach Ladenburg zu kommen, um
dort Stellung zu den geheimen Genversuchen zu nehmen.
Hier gibt es den Brief im Wortlaut.
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