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Stuttgarter Zeitung, Donnerstag 11. Juni 2009
Brutaler Wachdienst am Genmaisfeld
Zwei Wachleute verurteilt
WEINHEIM. Ein Jahr nach dem umstrittenen Genmaisanbau in
Ladenburg hat das Amtsgericht Weinheim zwei Männer verurteilt,
die das Versuchsfeld damals bewacht haben. Die Sicherheitskräfte
hatten einen Fotografen verletzt und Demonstranten genötigt.
Von Johanna Eberhardt
"Das ist ein Hammer und dürfte einzigartig in der Geschichte der
Genmaisversuche in Baden-Württemberg sein", hatte Uli Sckerl,
der Weinheimer Landtagsabgeordnete der Grünen vor einem Jahr
nach einem Zwischenfall bei einer offiziellen Protestkundgebung
vor dem Ladenburger Genmaisfeld geschimpft. Die Szenerie dort
habe "an einen miesen Wildwestfilm erinnert", erklärte er,
nachdem sich bei der Demonstration an einem Sonntagnachmittag
zwei Wachleute den Teilnehmern mit Teleskopschlagstöcken
entgegengestellt hatten. Einem Pressefotograf hatten die
Wachleute die Kamera aus den Händen geschlagen. Sie hätten für
den Ernstfall auch Pistolen und Blendgranaten in ihrem
Wohnwagen, erklärten sie den Teilnehmer an der Spitze des Zuges,
woraufhin die Demonstranten den Rückzug antraten.
Nach einer Strafanzeige des Ladenburger BUND-Vorsitzenden Lothar
Spangenberg und des Fotografen der "Rhein-Neckar-Zeitung" hatte
die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Nach einer zweitägigen
Verhandlung hat das Amtsgericht Weinheim jetzt beide Männer
wegen gemeinschaftlicher Nötigung und einen von ihnen zusätzlich
wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung zu Geldstrafen von
50 und 120 Tagessätzen verurteilt. Die beiden haben
unzulässigerweise versucht, eine genehmigte Demonstration zu
verhindern, die eindeutig auf öffentlichem Gelände stattgefunden
habe, stellte der Richter fest. Zudem haben sie den Fotografen
verletzt, als sie ihm die Kamera aus der Hand geschlagen haben.
Für ihr Eingreifen habe es "keinerlei Rechtfertigung gegeben".
Einer der beiden Wachleute sei bereits wegen gefährlicher
Körperverletzung vorbestraft gewesen, stellte der Richter fest.
Offensichtlich habe die Firma, die den Genmais angepflanzt habe,
einen Wachdienst beauftragt, der über wenig Fingerspitzengefühl
für die ihm übertragene Aufgabe verfüge. Das
Landwirtschaftsministerium in Stuttgart, das den Anbau des
Genmaises Monsanto 810-6 im Auftrag des Bundessortenamtes
angeordnet hatte, wies vor einem Jahr jede Kritik an der Art der
Bewachung zurück.
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Presseerklärung von BürGenLand zum Genmais-Versuchsfeld in Ladenburg
Schluss mit der Gentechnik-Diktatur aus Berlin und Stuttgart!
Auch dieses Jahr soll in Ladenburg die höchst umstrittene Genmaissorte Mon 810-6
ausgesät werden. Mon 810 produziert ein Gift gegen Schmetterlingslarven, darunter auch den Maiszünsler, der in Monokulturen zu Ertragseinbussen führen kann. Dieses auch kurz Bt genannte Gift ist allerdings auch für Nützlinge, Boden-und Wasserlebewesen und andere sogenannte „Nichtziel-Organismen“ schädlich und reichert sich im Boden an. Außerdem wissen wir heute, dass das Gift von den Pflanzen in sehr unterschiedlichen Dosen produziert wird und seine gentechnische Variante auch nicht auf die gleiche Art wirkt wie das Original. Die Wirkungen auf das Naturgefüge sind nicht kalkulierbar und auch hier gilt der Grundsatz:
Ein einmal ausgesetztes Gentechnik-Konstrukt ist nicht mehr rückholbar!
In den letzten Jahren häufen sich die Zweifel an der Agrargentechnik, die von grossen Konzernen aus rein wirtschaftlichem Interesse vorangetrieben wird. Neueste Fütterungsstudien der Universitäten Wien und Rom zeigen erhebliche Störungen der Fertilität und im Immun-system der Versuchstiere. Auch das Bundesamt für Naturschutz(BfN, eine Bundesbehörde) hat sich jüngst sehr kritisch zur Gentechnik geäussert. „Der Anbau transgener Pflanzen ist hoch
umstritten und ein nachhaltiger Nutzen ist bisher nicht nachgewiesen. Aus ökologischer und
naturschutzfachlicher Sicht ist grösste Zurückhaltung geboten,“ sagt die Präsidentin des BfN,
Prof. Dr. Beate Jessel.
Der “Schadensbericht Gentechnik“ zeigt eindringlich, dass Landwirte beim Einsatz von GVO`s
neben dem Haftpflichtrisiko mit steigenden Kosten rechnen müssen. Die ständig wiederholte
Behauptung, Koexistenz sei möglich, ist bei unseren kleinteiligen Agrarstrukturen nichts anderes
Als ein Sich-in-die-Tasche-lügen .Die verantwortlichen Politiker und Behörden nehmen damit zumindest fahrlässig die Vernichtung von Existenzen von konventionell wirtschaftenden Landwirten und Biolandwirten in Kauf. Kein einziges Versprechen der Gentechniklobby ist bisher erfüllt worden! Erfahrungen aus den USA und Kanada zeigen, dass der Einsatz dieser Risikotechnologie sowohl zu einem höherem Einsatz von Spritzmitteln als auch zu einem erhöhten Risiko für Mensch und Umwelt führt.
MON 810-6 ist eine veraltete transgene Sorte, deren Zulassung bereits vor über einem Jahr abgelaufen ist. Die europäische Kommission hat bis heute nicht über eine Wiederzulassung entschieden. Trotzdem wird munter weitergemacht, kritische Studien ignoriert und Steuergelder zum Fenster hinausgeworfen. Selbst Minister Hauk und der badische Bauernverbandspräsident
warnen die Bauern vor dem Einsatz dieser Technik. Trotzdem sollen die Freilandversuche aber weitergehen und mit aller Staatsgewalt durchgesetzt werden.
Kürzlich erbat sich sogar Ministerin Aigner von uns Gegnern eine Zusammenfassung der kritischen Studien zum Monsanto-Genmais! Das bestätigt unseren Verdacht, dass in den verantwortlichen Behörden niemand auf dem aktuellen wissenschaftlichen Stand ist.
Da muss doch die Frage erlaubt sein, wer stoppt endlich diese beamteten Schnarcher und verantwortlichen Minister, denen unsere Umwelt offensichtlich völlig egal ist.
BürGen Land wird mit machtvollen Demonstrationen antworten.
Wir von BürGenLand fordern:
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Ein Verbot von MON 810-6, weil dessen Risiken unabsehbar sind!
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Schluss mit den Freilandversuchen in Rheinfelden und in Ladenburg!
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Eine auch gesetzlich abgesicherte Einrichtung von gentechnikfreien Zonen!
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Unsere Natur ist kein Gentechniklabor für Saatgutmultis!
Für die Bürgerinitiative BürGenLand, Alexander Spangenberg (Sprecher)
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Weinheimer Nachrichten, Donnerstag 21. August 2008
Wachleute attackieren Kundgebungsteilnehmer
Genmais: 300 Bürger demonstrieren an Ladenburger Feldern / Grünen-Bundespolitiker Fritz Kuhn fordert ein Ende der Versuche
Am Sonntag: Wachleute attackieren friedliche Genversuchsgegner in
Ladenburg. Zu einem Zwischenfall ist es am Sonntag bei der vierten Kundgebung der Initiative "BürGenLand" (Bürger für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in der Kurpfalz) gekommen. Rund 300 Genmais-Gegner aus der ganzen Umgebung demonstrierten friedlich gegen das Versuchsf eld in Ladenburg-Neubotzheim. Als die Demonstranten die Anbaufläche von einem Feldweg aus in Augenschein nehmen wollten, stellten sich ihnen zwei Wachleute in den Weg.
Einer der beiden Männer trug einen metallenen Schlagstock, der andere einen Spatenstiel. Beide legten sofort ein ziemlich aggressives Gebahren an den Tag. Der Grünen-Landtagsabgeordnete Uli Sckerl wurde mit Schimpfworten belegt, als er das rüpelhafte Duo um Mäßigung und Verständnis für die Kundgebung bat. Zuvor hatte schon der Heddesheimer Andreas Kellner berichtet, dass ihn einer der Wachleute bedroht habe, weil dieser mit auf ein Foto Kellners geraten sei. Ein Wachmann versuchte auch einem Berichterstatter einer Heidelberger Zeitung die Kamera aus der Hand zu schlagen. Kurz darauf griff die Polizei ein.
"Ich wurde auch körperlich angegriffen", sagte BürGenland-Sprecher Alexander Spangenberg bei der Abschlusskundgebung in dem Weiler. "Das geht so nicht in einem Rechtsstaat", erklärte Fritz Kuhn, Vorsitzender der Grünen im Bundestag, der Hauptredner auf der Abschlusskundgebung war. Der prominente Poltiker forderte ein Ende der Freilandversuche mit Genmais.
Steuermittel für Bewachung
Auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Einzelheiten zur Bezahlung des Wachdienstes genannt, der aus Steuermitteln finanziert wird. Nach einer Hochrechnung der Grünen kostet der fünfmonatige Einsatz rund 115000 Euro.
pj
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Viele Risiken – kein Nutzen!
Die Gentech-Industrie und einschlägige Politiker werden nicht müde, die Vorteile der Agro-Gentechnik anzupreisen: Steigerung der Erträge, weniger Chemie auf dem Acker, Bekämpfung des Hungers in der Dritten Welt, Schaffung von Arbeitsplätzen. Doch all diese vollmundigen Versprechen haben sich bisher nicht erfüllt. Eher scheinen sie sich ins Gegenteil zu verkehren:
Die meisten Untersuchungen kommen zu dem Ergebnis, dass der Verbrauch von Pflanzenschutzmitteln in Gentech-Kulturen mittelfristig drastisch steigt. Dies betrifft vor allem den Anbau von Sojabohnen, aber auch Maiskulturen. Der Hunger der Welt ist ein Resultat der ungleichen Verteilung von Reichtum. In den Favelas Brasiliens wird gestorben während in direkter Nachbarschaft auf rieseigen Feldern Gensoja als Futtermittel angebaut wird. Wichtig ist eine kleinbäuerliche Landwirtschaft, abgestimmt auf die regionalen Bedürfnisse.
Der steigende Gifteinsatz auf dem Acker birgt Gefahren für die Umwelt, und die gesundheitlichen Auswirkungen gentechnisch veränderter Lebensmittel sind nicht geklärt.
Gentechnisch veränderte Pflanzen sind für eine Landwirtschaft gemacht, deren Vorbild die industrielle Produktion ist. Große Flächen, die sich über viele km² erstrecken und auf denen Jahr um Jahr dieselbe Feldfrucht angebaut wird. Solche Monokulturen führen per se zu einem Verlust der Artenvielfalt. Außerdem sind sie anfälliger für Schädlingsbefall und Krankheiten, wodurch sich der Pestizideinsatz erhöht.
Über 80 Prozent aller Gentech-Pflanzen sind herbizidresistent. Herbizidresistente Pflanzen überstehen die Anwendung eines Totalherbizids, d.h. im Gegensatz zu allen anderen Pflanzen auf dem Acker sterben sie nicht ab, wenn sie mit Unkrautvernichtungsmitteln besprüht werden. Derzeit auf dem Markt: Soja, Mais, Baumwolle und Raps, die gegen Roundup von Monsanto und Liberty Link von Bayer resistent sind. Herbizidresistente Pflanzen bedrohen die Artenvielfalt und erhöhen den Gifteinsatz auf dem Acker
Insektenresistente Pflanzen bilden während der gesamten Vegetationsperiode in jeder ihrer Zellen das Gift des Bodenbakteriums Bacillus thuringiensis. Die sogenannten Bt-Pflanzen töten Insekten, die von ihnen fressen. Insektenresistente Pflanzen erhöhen die Giftkonzentration auf dem Acker und schädigen Nutzinsekten. Die einzige Gentech-Pflanze, die in der EU kommerziell angebaut wird, ist ein insektenresistenter Mais MO 810 der Firma Monsanto. Dieser Mais wird auch in Neubotzheim und zwar als Wertprüfung angepflanzt. Er ist von konventionellem Mais äußerlich nicht zu unterscheiden und produziert permanent in allen grünen Pflanzenteilen ein Gift, zudem in Pollen, Samen und Wurzeln. Es zersetzt die Darmwand des Maiszünslers. Der Maiszünsler ist ein Schmetterling, der als Hauptschädling im Mais auftritt. Er wirkt aber nicht nur auf diesen. Auch sogenannte Nicht-Zielorganismen sind den Bt-Toxinen dauerhaft in sehr hoher Konzentration ausgesetzt. Heimische Schmetterlinge wie Schwalbenschwanz, Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs, Kohlmotte und Kleiner Kohlweißling werden durch Pollen von Bt-Mais in ihrer Entwicklung beeinträchtigt oder gar getötet. Ebenfalls geschädigt: Parasitisch und räuberisch lebende Insekten und Spinnen, deren Beutetiere auf Bt-Mais leben, das Toxin aufgenommen und über die Nahrungskette weitergegeben haben.
Ohne dass in ganz Süddeutschland und auch in der Kurpfalz ein Bauer gefunden worden wäre, der an diesem Saatgut Interesse hätte, hält die Landesregierung an diesen Versuchen fest. Wertprüfungen, ohne dass es einen einzigen Landwirt interessieren würde. Die beiden letzten Ackerflächen mit GVO-Mais in ganz Baden-Württemberg gibt es nur, weil das Land diese Anpflanzungen veranlasst hat oder die Versuche unterstützt.
In der EU haben Österreich, Ungarn, Griechenland, Polen und Frankreich ein Anbauverbot für den Mon 810 Mais verhängt. Rumänien will sich ihnen anschließen. Wir fordern Landwirtschaftsminister Hauk auf, endlich von seinem sturen vorsintflutlichen Fortschrittsglauben zu lassen und auch in der Kurpfalz den landeseigenen Anbau von MON 810 einzustellen.
Gegen den Genmais-Anbau der Landesregierung in Neubotzheim protestieren wir wieder direkt vor Ort. Treffpunkt ist der südliche Ortseingang von Ladenburg-Neubotzheim am Sonntag den 07. September um 15.15 Uhr.
Die von
Landwirtschaftsminister Hauk propagierte Koexistenz erweist sich
wieder als Schimäre
Vor einigen Monaten war es
der Reis. In
unseren Geschäften tauchte Reis auf, der in erheblichem Umfang
Anteile von gentechnisch veränderten Organismen aufwies. Im
Reis
befanden sich Spuren einer gentechnisch veränderten Reissorte,
die in diesen Konzentrationen in dem Produkt nicht hätten
vorhanden sein dürfen. Der Reis wurde in einer aufwendigen
Rückrufaktion wieder aus der Regalen genommen. Getoppt wurde
das
ganze noch dadurch, dass die Verunreinigung durch eine Pflanze
erfolgt, die weltweit nicht zum kommerziellen Anbau zugelassen war,
sondern nur in einigen Freilandversuchen angebaut wurde.
Der nicht zugelassene
Gen-Reis geriet
in den USA außer Kontrolle. Obwohl er dort nur für
zwei
Jahre bis 2001 zu Versuchszwecken angebaut wurde, taucht er im Jahr
2006, fünf Jahre später, aus noch
ungeklärten Gründen
in der US-amerikanischen Reisernte auf. Die daraufhin von der
Europäischen Union vorgenommenen Untersuchungen ergaben ein
erschreckendes Ergebnis: Bei Untersuchungen der Industrie von
US-Langkornreis enthielten 33 von 162 genommenen Proben illegalen
Gen-Reis. Dabei handelte es sich immer um den so genannten LLRice 601
der Bayer
AG.
Immer wieder tauchen nicht
zulässige
„Verunreinigungen“ von Lebensmitteln und Saatgut
auf.
Jetzt ist es der Mais, wie
Greenpeace
durch Anfragen bei den zuständigen
Länderbehörden
erfuhr. Und ans Tageslicht brachte. Betroffen von den verunreinigten
Proben waren Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt,
Thüringen und Brandenburg. In der EU besteht ein so genanntes
Reinheitsgebot für Saatgut, wonach herkömmliche
Sorten
nicht mit Gen-Pflanzen vermischt werden dürfen.
Von 438 in Deutschland
untersuchten
Mais-Proben waren neun mit genmanipulierten Organismen verunreinigt,
vier davon mit illegalem Gen-Mais. Bei den illegalen Maissorten
handelt es sich um die insekten- und herbizidresistenten
Gen-Mais-Produkte Bt11 und Herculex (DAS-59122-7). Diese werden von
den Agrarkonzernen Syngenta
und Pioneer hergestellt. Bei den anderen fünf der neun
Maisproben konnte der in der EU zum Anbau zugelassene Gen-Mais MON810
von Monsanto nachgewiesen werden.
Kauft ein Landwirt
Mais-Saatgut kann er
also nicht ausschließen, dass in seinem Feld ungewollt viele
gentechnisch veränderte Maispflanzen wachsen. Eine
Verunreinigung von 0,5% bedeutet beispielsweise: jede zweihundertsten
Pflanze ist eine GVO-Pflanze. Selbst geringe Verunreinigungen mit
Gen-Mais führen zu einer schleichenden und unkontrollierten
Ausbreitung auf Feldern und in Futter- und in Lebensmitteln.
Die Vorstellung, dass vom
Anbau, über
die Ernte bis hin zur weiteren Verarbeitung gentechnisch manipulierte
Pflanzen strikt von den übrigen Pflanzen getrennt gehalten
werden könnten, erweist sich mal wieder als Schimäre.
Eine
Koexistenz kann niemals funktionieren. Die Bayer AG hat
übrigens
in einer Erwiderung auf eine Sammelklage von hunderten betroffenen
US-Reisbauern höhere Gewalt geltend gemacht. Angeblich seien
sorglose Landwirte selbst Schuld an der Misere.
Dies muss ein Alarmzeichen
sein! Wird
gentechnisch manipuliertes Saatgut ausgesät, setzt Schritt
für
Schritt eine Verseuchung von konventionellem Saatgut und damit
Futter- und Lebensmittel ein. Eine Abschottung und Eindämmung
ist nicht möglich, wie auch jetzt wieder am Mais gezeigt.
In unserer Nachbarschaft in
Ladenburg-Neubotzheim befindet sich ein Feld, auf dem im Auftrag des
Landes Baden-Württemberg genmanipuliertes Mais-Saatgut
ausgebracht wird. Es handelt sich dabei um Versuche ohne Sinn und
Zweck. Es wird mit hohem Risiko GVO-Mais ausgesät, nur um eine
Wertprüfung durchzuführen, d.h. die Landwirte zu
informieren, mit welchen Erträgen sie bei einem derartigen
Saatgut zu rechnen hätten. Es gibt seit Jahren keinen Landwirt
in der Kurpfalz, der an diesem bereits zugelassenen Saatgut Interesse
hätte. Die ersten Ergebnisse waren auch mehr als
niederschmetternd. Trotzdem hält das Land an diesen Versuchen
fest – eine reine Machtdemonstration auf Kosten der Umwelt
und der
Verbraucher.
Hiergegen
protestieren wir wieder
direkt vor Ort. Treffpunkt ist der südliche Ortseingang von
Ladenburg-Neubotzheim am Sonntag dem 7. September um 15.15 Uhr.
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Weinheimer Nachrichten, Donnerstag 21. August 2008
Wildwest-Zustände toleriert
Maisfeld: Auseinandersetzung um Bewachung des Genmaisfeldes geht weiter
Ladenburg. Vor einigen Wochen war bekannt geworden, dass das 2000
Quadratmeter große Feld im Ladenburger Weiler Neubotzheim, auf dem im
dritten Jahr hintereinander Sortenversuche mit dem Genmais MON-810
stattfinden, von einem dubiosen privaten Sicherheitsdienst bewacht wird.
Augenzeugen hatten berichtet, dass das russisch sprechende
Sicherheitspersonal mit Teleskopstangen und nach deren eigenen Angaben sogar
mit Schusswaffen bewaffnet und gewillt sei, diese einzusetzen.
Landtagsabgeordneter Uli Sckerl brachte daraufhin einen Antrag in den
Landtag ein, der Aufklärung über diesen nicht zumutbaren Zustand fordert.
Sckerl stellte zudem klar, dass die diesjährigen Sonntagsdemonstrationen
gegen die Genmaisversuche absolut friedlich und gewaltfrei verlaufen sind.
"Diese Aktionen haben den Einsatz bewaffneter Sicherheitsleute bestimmt
nicht provoziert", so der Landtagsabgeordnete der Grünen.Nun liegt die
Antwort der Landesregierung vor. "Die Landesregierung toleriert die
Wildwest-Zustände in Neubotzheim ausdrücklich und hüllt sich ansonsten in
Nichtwissen. Auftraggeber sei das Bundessortenamt beziehungsweise ein
privater Anbauer. Die zuständigen Landesbehörden wollen damit nichts zu tun
haben. "Die Hinweise auf die Bewaffnung des Sicherheitsdienstes waren und
sind für die Landesregierung offenbar kein Anlass einzuschreiten",
kritisiert Uli Sckerl. Er wies daraufhin, dass derartige Sicherheitsdienste
überhaupt keine Schusswaffen tragen dürften und auch keinerlei polizeiliche
Befugnisse haben.
Die klaren Hinweise auf gesetzwidriges Verhalten interessieren Stuttgart,
aber auch die Bundesbehörde, offenbar nicht. Das könne man nur mit einem
ungläubigen Kopfschütteln kommentieren.Die Antwort der Landesregierung
enthält für Uli Sckerl zudem den Hinweis, dass die Genmaisversuche in
Ladenburg auch 2009 weitergehen sollen.
Es sei in der Regierungsantwort von Versuchen im ersten Wertprüfungsjahr und
im zweiten Jahr die Rede. Damit könne man davon ausgehen, dass die
Versuchsreihen, die sich jetzt im ersten Jahr befinden, fortgesetzt werden
sollen.
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Maisstengelkürzer im Genmaisfeld in Neubotzheim
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indymedia Mittwoch 6. August 2008
Nachdem Anfang Juli das Genfeld in Rheinstetten teilweise
zerstört wurde, hat auch das letzte der beiden Felder mit
Genmais der Sorte MON-810-6 in Baden Württemberg
Schäden davongetragen.
Das in Ladenburg liegende Feld wurde in der Nacht vom 4. auf den 5.
August von dem zur Zeit aktiven Maisstengelkürzer heimgesucht.
Der Maisstengelkürzer verfügt offenbar über
ein geografisches Gedächtnis: Bereits vor zwei Jahren wurde
auf einem Flurstück in Ladenburg ein Genfeld komplett
unschädlich gemacht. Der betroffene Landwirt verlegte das
Versuchsfeld daraufhin direkt an seinen Hof. Außerdem
ließ er es von drei kräftig gebauten und offenbar
mit Teleskopschlagstöcken bewaffneten russischen
Männern bewachen, die an dem anderen Ende des Feldes Tag und
Nacht in einem Wohnwagen leben und bei Dunkelheit
regelmäßig mit einem Scheinwerfer das Feld absuchen.
Trotz dieser Vorsichtsmaßnahmen gelang es dem
Maisstengelkürzer das Feld zu befallen und ca. 200qm des
für 2000qm angemeldeten Feldes unschädlich zu machen.
Überraschend war auch, dass der Genmais mit ungefähr
1,50m Höhe viel kleiner war als die Maissorte, die als
Barriere zwischen und um den Genmais wächst und dass er noch
nicht geblüht hat.
So konnte auch in diesem Jahr eine unkontrollierte Auskreuzung von
Genmais in Baden Württemberg dank des
Maisstengelkürzers teilweise verhindert werden. Ich bin mir
sicher, dass er auch im nächsten Jahr voller Tatendrang aus
seinem Winterschlaf erwachen wird.
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Weinheimer Nachrichten, Mittwoch 9. Juli 2008
Russen bewachen die Anlage / Genmaisversuch
Ladenburg. "Das ist ein Hammer und dürfte einzigartig in der
Geschichte der
Genmaisversuche in Baden-Württemberg sein". Das sagte jetzt der
Landtagsabgeordnete Uli Sckerl zur aufgedeckten Bewachung des
Genmaisfeldes
im Ladenburger Weiler Neubotzheim.
Am Rande der dritten Protestaktion des
Bürgerbündnisses "BürGenLand" am
Sonntag mit über 150 Teilnehmern wurde bekannt, dass die
Betreiber
Wachpersonal aus Russland am Feld einsetzen sollen. Teilnehmer der
Protestaktion überprüften das und trafen
tatsächlich Mitglieder des
Wachpersonals in einem Wohnwagen am Rande des Versuchsfeldes an. Die
Wachmänner hätten dabei angegeben, dass sie bewaffnet
und rund um die Uhr im
Einsatz seien. Am Sonntag sei einer der Wachmänner mit einer
Teleskopstange
ausgestattet gewesen, die bei Überfällen Verwendung
finden.
Sie hätten auch deutlich gemacht, dass sie sich vor einem
Einsatz der
Stangen nicht scheuen würden. "Da muss einem angst und bange
sein, wenn man
auf einem der Feldwege unterwegs ist und am Versuchsfeld vorbei kommt",
sagte der Abgeordnete. Das Ganze mache den Eindruck eines miserablen
Wildwest-Films, habe aber einen sehr ersten Hintergrund. Er forderte mit
einem in den Landtag eingebrachten Antrag umfassende
Aufklärung.
zg
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Weinheimer Nachrichten, Dienstag 3. Juni 2008
Kritiker lassen nicht locker / Genversuche
Ladenburg/Region. Die Initiative "Bürger für eine
gentechnikfreie
Landwirtschaft in der Kurpfalz"(BürGenLand) hat am Sonntag
ihre zweite
Protestaktion gegen Freilandversuche mit gentechnisch
verändertem Mais
durchgeführt. Dieser so genannte "Sonntagspaziergang" fand bei
erneut sehr
guter Beteiligung direkt an einem der zwei verbliebenen Versuchsfelder
in
Baden-Württemberg im Ladenburger Ortsteil Neubotzheim statt.
Vor den
Sommerferien will "BürGenLand" noch eine weitere
Großaktion in Ladenburg
durchführen, um ein vorzeitiges Ende des Versuchsanbaus zu
erreichen.
In den Redebeiträgen der "BürGenLand"-Sprecher
Florian Knappe und Alexander
Spangenberg wurden die ungeklärten Gefahren der
Freilandversuche nochmals
deutlich. Grünen-MdL Uli Sckerl forderte die Bewahrung einer
naturverträglichen Landwirtschaft.Alexander Spangenberg zeigte
anhand neuer
Studien auf, dass die Folgen der Freilandversuche nicht erforscht seien,
eine Kontrolle darüber bestehe nicht.
Scharfe Kritik übten die beiden "BürGenLand"-Sprecher
am
baden-württembergischen Landwirtschaftsminister Hauk. Er halte
starrköpfig
an den Freilandversuchen fest, während seine Kollegen in
anderen
Bundesländern immer mehr auf Distanz zu den GVO-Versuchen
gingen.Florian
Knappe sprach von einer "unheilvollen Allianz" zwischen
Saatgutkonzernen und
staatlichen Kontrollbehörden. Eine Untersuchung im Bundestag
habe gerade
ergeben, dass den staatlichen Behörden und ihren Mitarbeitern
inzwischen die
nötige Distanz zu den Saatgutherstellern verloren gegangen sei.
Das sei ein sehr ernstes Problem, weil so eine objektive Beurteilung der
Freilandversuche nicht mehr möglich sei.
"Man muss sich nicht wundern, dass solche Versuche wie in Ladenburg ins
Blaue hinein erlaubt werden", kritisierte er. Landtagsabgeordneter Uli
Sckerl
von den Grünen rief dazu auf, ein breites
Bürgerbündnis für die Bewahrung
einer umweltverträglichen Landwirtschaft zu schaffen. "Unsere
Gesellschaft
ist an einem Wendepunkt, wo sie entscheiden muss, was ihr wichtiger
ist: Im
Einklang mit der Natur zu produzieren oder die hemmungslose Profitgier
von
Konzernen wie Monsanto oder Bayer zu dulden", sagte er.Der
Grünen-Politiker
bezeichnete das derzeitige Bienensterben am Oberrhein als Ergebnis einer
zerstörerischen Agroindustrie, die auch die Genmaisversuche
vorantreibe. Am
Oberrhein sei es ein Pestizid, an anderer Stelle sei es Genmais - das
Ergebnis sei dasselbe: Pflanzen würden vermeintlich vor
Schädlingen
geschützt, die Tierwelt drum herum werde getötet.
"Ein Weiterso wie bisher
ist die falsche Antwort auf die Ernährungssicherung in der
Zukunft", sagte
der Landespolitiker zum Schluss.
zg
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Mannheimer Morgen, Mittwoch 7. Mai 2008
Ladenburg:
„BuerGenLand“
(Büger für
eine gentechnikfreie Landwirtschaft) rief zu Aktion in Neubotzheim
auf
Demo
für Maisanbau ohne Gentechnik
In
Ladenburg wird in diesem Jahr bereits
zum dritten Mal Genmais der Sorte
Monsanto MON 810-6 angebaut. Die
Aktion „BuerGenLand“ (Bürger
für eine gentechnikfreie Landwirtschaft)
rief zum Protest gegen den
Anbau gentechnisch veränderten Maises
– und rund 100 Bürger kamen
nach Neubotzheim, um friedlich
zu demonstrieren.
Florian
Knappe (BUND Dossenheim) sagte,
dass MON 10-6 gegen den
Maiszünsler, einen als Maisschädling bekannten
Schmetterling, resistent
sei. In der Rhein-Neckar-Region
stelle dieses Insekt aber gar kein
großes Problem dar.
Gentechnisch
veränderter Mais sei
zwar gegen die Raupe, nicht aber gegen
den ausgewachsenen Schmetterling
resistent. Außerdem könne
schon ein tieferes Umpflügen des
Maisfeldes zu seiner Bekämpfung beitragen.
Saatgut für MON 810-6
finde in der Landwirtschaft keinen
Zuspruch und es sei bisher auch
nicht verkauft worden. Lediglich Baden-Württembergs
Landwirtschaftsminister Peter
Hauk wolle eine
Wertprüfung, um den Nutzen zu
dokumentieren. Einen Mehrnutzen für
die Landwirtschaft gebe es, so
Knappe, nicht.
Alexander
Spangenberg (BUND Ladenburg)
sprach darüber, wie Baden- Württemberg
zum Monsanto-Maisanbau
kam. Die Bundesregierung und
Brüssel hätten sich, gegen den
Willen der Mehrheit der Umweltminister, dem
Druck gebeugt, MON
810-6 zuzulassen, da die USA ansonsten
wegen massiver Behinderng der
Weltwirtschaft mit massiven Steuern
und Zöllen auf Stahl und Automobile
gedroht hatten.
Außerdem,
so Spangenberg, gehe es
um ein „Versteck- und Machtspiel“. Monsanto,
in den 60er Jahren schon
in den Schlagzeilen wegen der Beteiligung
an der Produktion des Entlaubungsmittels
Agent Orange und
der damit verbundenen irreversiblen Schädigung
von Teilen der Bevölkerung
in Vietnam, gehe mit gefälschten
Zahlen an die Öffentlichkeit, erklärte
der BUND-Sprecher. MON,
so behaupte Monsanto, sei
völlig harmlos.
Auch
Spangenberg ließ kein gutes Haar
an Minister Hauk. Während in verschiedenen
Bundesländern der Anbau
von Genmais bereits untersagt sei,
bleibe Hauk bei der Forderung nach
einer Wertprüfung. Spangenberg forderte,
mit Gentechnik-Versuchen
umgehend Schluss zu machen,
sieht er doch beim Genmais, der
lediglich als Futtermais verwendet
werden könne, nur die Spitze
eines Eisberges: „Pläne für Versuche
mit Gemüse, Kartoffeln und
Getreide liegen schon bereit.“
MdL
Uli Sckerl (Bündnis 90/Die Grünen)
wies darauf hin, dass im Landtag
„immer wieder harte Auseinandersetzungen
geführt werden, obwohl
in den letzten 15 Jahren die Ablehnungsquote
seitens der Bevölkerung zwischen
75 und 95 Prozent liegen.“
Die vom Gesetzgeber als Schutzmaßnahme
für benachbarte Felder
vorgesehene Schneise von 300
Metern Breite, so Sckerl, sei wohl nur
als Versuch zu werten, um die Gegner
der Gentechnik zu beruhigen.
Aber
weder Wind noch Bienen halten
sich an diese Grenze“, sagte der
Abgeordnete. Auch er forderte die
sofortige Beendigung der Gentechnikversuche. Eine
entsprechende Forderung
in Nürtingen habe zur friedlichen
Besetzung eines Genbaufeldes geführt.
Die daraus resultierenden Schlagzeilen
hätten zu Diskussionen
in Hochschulgremien an
der FH Nürtingen-Geislingen geführt mit
dem Ergebnis, dass Genversuche in
der Region gestrichen worden
seien.
dithu
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Pressemitteilung von BürGenLand zum neuen Gentechnikgesetz
Es hätte schlimmer kommen können
Am Freitag hat der
Bundestag ein neues
Gentechnikgesetz verabschiedet. Landwirte, die weiterhin
gentechnikfrei wirtschaften wollen, werden es nun noch schwerer
haben. Die Koexistenz ist nicht wirklich zufrieden stellend
gelöst.
Problematisch sind die zu geringen Sicherheitsabstände, die
Möglichkeiten privater Absprachen, die mögliche
Verarbeitung verunreinigter Produkte statt deren Vernichtung und das
vereinfachte Genehmigungsverfahren. Es wurde die Chance vertan, die
gentechnikfreie Landwirtschaft dauerhaft zu sichern.
Das Bündnis
BürGenLand Bürger
für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in der Kurpfalz sieht
die zukünftig mögliche Kennzeichnung tierischer
Produkte
mit dem Label „Ohne Gentechnik“ als Chance. Jetzt
sind die
Landwirte und Verbraucher am Zuge. Diese Kennzeichnung lässt
Verbraucher auch bei konventionell erzeugten Milch- und
Fleischprodukten sowie bei Eiern klar erkennen, dass sie von Tieren
stammen, die mit gentechnikfreien Futterpflanzen gefüttert
wurden.
Der
größte Teil der
Verbraucher lehnt gentechnisch veränderte Lebensmittel und den
Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen ab. Wollten sie nicht
auf anerkannte Bio-Lebensmittel zurück greifen, hatten die
Konsumenten bislang keine Möglichkeit, dieser Ablehnung auch
mit
ihrem Kaufverhalten Ausdruck zu verleihen. Aufgrund der bisherigen
Kennzeichnungslücke entwickelte sich in den letzten Jahren der
Einsatz von gentechnisch veränderten Futtermittelpflanzen als
Haupteinfallstor für die Agro-Gentechnik-Konzerne. Fast alle
gentechnisch veränderten landwirtschaftlichen Produkte werden
als Viehfutter eingesetzt.
Mit ihrer Kaufentscheidung
können
Verbraucher ab sofort aktiv beeinflussen, ob gentechnisch
veränderte
Pflanzen angebaut werden oder nicht. Mit jedem gekauften Produkt, das
die „Ohne Gentechnik“-Kennzeichnung trägt,
drängen sie
den Anbau ein wenig zurück. Mit diesem Label dürfen
Futtermittel aber auch die landwirtschaftliche Produkte selbst
keinerlei gentechnisch veränderte Organismen enthalten, auch
nicht bis zum EU-Schwellenwert von 0,9%. Zudem dürfen
keinerlei
Hilfsmittel wie bspw. Labfermente bei Käse eingesetzt werden,
wenn sich diese wie bspw. gentechnisch erzeugtes Chymosin noch im
Endprodukt finden lassen. Erlaubt sind Enzyme und Arzneimittel, die
in geschlossen Systemen im Labor hergestellt wurden.
Das Bündnis
BürGenLand, dem
auch die Städte Ladenburg, Ilvesheim und Walldorf
angehören,
wird in den nächsten Monaten verstärkt das
Gespräch
mit den Landwirten aus der Region suchen. Im Interesse der
Verbraucher aber auch der Landwirte, die auch weiterhin im Einklang
mit der Natur produzieren wollen und sich der
großflächigen
industriellen Anbau verschließen wollen, möchten wir
möglichst schnell und umfassend dem Label Verbreitung sichern.
Erste Gespräche in diese Richtung laufen bereits, bspw. auch
mit
einer regionalen Molkerei. Das Beispiel Österreich zeigt, wie
groß das Interesse an seriös ausgezeichneten
gentechnikfrei erzeugten Lebensmitteln ist. 80 Prozent der erzeugten
Milch in Österreich ist bereits als gentechnikfrei deklariert.
Leider ist auch dieses Jahr
wieder in
Ladenburg-Neubotzheim auf zwei Flächen der Anbau gentechnisch
veränderten Mais der Sorte MON 810-6 geplant. Während
viele
Länder der EU den Anbau gentechnisch veränderter
Pflanzen
nicht erlauben und selbst das sonst so forschrittsgläubige
Frankreich den Anbau dieser Maissorte wegen ökologischer und
gesundheitlicher für dieses Jahr verboten hat, erliegt die
deutsche Bundesregierung weiterhin dem Druck der multinationalen
Saatgutkonzerne wie insbesondere Monsanto.
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Warum setzen unsere
Politiker entgegen dem Vorsorgeprinzip (§1 Gentechnikgesetz)
unsere Bevölkerung diesem Risiko aus?
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Muss erst etwas
„passieren“, bis die verantwortlichen Politiker
kapieren, dass sie eine Politik gegen die Mehrheit der
Bevölkerung machen und deren schutzwürdige Interessen
vernachlässigen?
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BürGenland
fordert einen sofortigen Anbau- und Vermarktungsstop von MON 810-6,
auch in Ladenburg, wo jetzt bereits im dritten Jahr diese Versuche
stattfinden sollen.
Das Bündnis
BürGenLand wird
sich auch dieses Jahr wieder mit zahlreichen Aktionen und
Veranstaltungen darum bemühen, die Kurpfalz über
diese
kleinen Versuchsflächen hinaus gentechnikfrei zu halten. Das
Bündnis trifft sich das nächste Mal am Montag den 04.
Februar um 20 Uhr in der Gaststätte zur Pfalz in Schriesheim.
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.
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Auch 2008 soll in Ladenburg Genmais angebaut werden
Pressemitteilung von Uli Sckerl, MdL, 20.1.2008
Uli Sckerl: "Weiterer Anbau bringt nur neue Gefährdungen"
Seit ein paar Tagen stehen die Anmeldungen im sog. Standortregister:
Auch
2008 soll der Anbau von gentechnisch verändertem Mais in
Ladenburg
weitergehen. Dies teilte der Grünen-Landtagsabgeordnete Uli
Sckerl mit. Auf
den Flurstücken 11483 und 9191 ("Alter Hof") in der
Römerstadt soll danach
auf einer Gesamtfläche von 2.000 qm erneut Genmais der Fa.
Monsanto von der
Sorte MON-810-6 ausgesät werden. Die Versuche nehmen damit von
Jahr zu Jahr
an Fläche zu: 2006 waren es 773 qm., 2007 1.550 qm. Sckerl
forderte für die
Grünen im baden-württembergischen Landtag
Landwirtschaftsminister Hauk auf,
dem Beispiel Frankreichs zu folgen und beim Bund das Anbauverbot zu
erwirken. Das Nachbarland habe gerade den Anbau von Monsanto-Mais wegen
schwerwiegender Bedenken untersagt. Hierzulande sollen die Versuche
ungehemmt weitergehen, da das Unternehmen entsprechende
Überwachungspläne
beim Bundesamt für Verbraucherschutz und
Lebensmittelsicherheit vorgelegt
habe. "Diese lächerlichen Pläne sind völlig
unzureichend, da die Landwirte,
die Gen-Mais anbauen, von Monsanto überwiegend nach
ackerbaulichen Aspekten
wie dem Wachstum der Pflanzen befragt werden, nicht aber nach Risiken",
sagte Sckerl. Auswirkungen auf die Umwelt könnten so nicht
erfasst werden.
Die Grünen werden weiterhin Widerstand gegen den GVO-Anbau
leisten und die
Aufklärung der Öffentlichkeit über die
Risiken verstärken.
"Baden-Württemberg sollte mit gutem Beispiel vorangehen und in
diesem Jahr
den Genmais Mon 810 nicht ausbringen", so Sckerl. Die Grünen
fordern das
Ende des Genmaisanbaus auch in Ladenburg, denn nach mehreren Jahren
Erprobungsanbau könne es keine neuen Erkenntnisse mehr geben,
sondern nur
neue Gefahren für die regionale Landwirtschaft. "Die
jüngsten
Erfahrungsberichte belegen erneut, dass ein Nebeneinander von Biobauern,
konventionellen Bauern und Bauern, die Gentechnik anbauen,
unmöglich ist",
so Sckerl weiter.
Hinweis: Das Standortregister kann unter dieser Internetadresse
eingesehen
werden:
http://194.95.226.237/stareg_web/showflaechen.do
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